Orgelprojekt Eisenberg

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Die Böhm-Orgel von 1977

Passend zum neogotischen Innenraum der Kirche schufen die Gebr. Poppe aus Roda 1884 eine große Orgel mit 26 Registern auf 2 Manualen und Pedal. Im Laufe der Jahrzehnte war die Orgel allerdings derart marode geworden, dass sie unter Beibehaltung des alten Gehäuses 1977 durch einen Neubau der Firma Böhm aus Gotha ersetzt werden musste. So erklingt heute in der Stadtkirche eine stark neobarock geprägte Orgel mit 16 Registern.

I. Manual (C-g''')

 

Prinzipal
Koppelflöte
Oktave
Waldflöte
Mixtur

8'
8'
4'
2'
4f

II. Manual (C-g''')

 

Gedackt
Blockflöte
Prinzipal
Sifflöte
Tertian
Krummhorn

8'
4'
2'
1'
2f
8'

 

Pedal (C-f')

 

Subbaß
Prinzipalbaß
Pommer
Choralbaß
Liebl. Posaune

16'
8'
8'
2f
16'

Spielhilfen: Koppeln (I/II, I/Ped, II/Ped)
Stimmung: gleichschwebend

 

Übrigens: Der berühmteste Orgelbauer Thüringens Tobias Heinrich Gottfried Trost hat im 18. Jahrhundert auch eine Orgel in Eisenberg gebaut. Nur noch wenige Orgeln sind von diesem Baumeister, dessen Kunst auch Johann Sebastian Bach sehr geschätzt hat, erhalten. Eines dieser Instrumente steht in der Schlosskirche St. Trinitatis in Eisenberg.
Aber das war nicht die einzige Trost-Orgel Eisenbergs! Sein letztes großes Instrument, quasi sein kunsthandwerkliches Vermächtnis, hat er 1752 in der Stadtkirche St. Peter erbaut. 1754 erkrankte er schwer und starb schließlich 1759. Diese zweimanualige Trost-Orgel der Stadtkirche mit 20 Registern hat über 100 Jahre gehalten und wurde erst 1884 durch den Neubau der Gebr. Poppe ersetzt (siehe Konzept), in deren Gehäuse nun unsere Böhm-Orgel wohnt.

Was getan werden muss

Einige Pfeifen des Principal 8' im Prospekt (die vorderen sichtbaren Pfeifen) sind durch zu weiches Metall und falsche Verarbeitung im Laufe der Jahre in sich zusammen gesackt und bringen keine Töne mehr hervor. Hier muss baldmöglichst Hand angelegt werden, v.a. weil es sich, wie der Name des Registers schon sagt, um eine der wichtigsten und charakteristischsten Klangfarben der Orgel handelt.

Die gesamte Orgel ist ziemlich stark verschmutzt. V.a. in die einzelnen Orgelpfeifen ist einiges an Dreck und Staub geraten. Zudem sind einige Stellen von Schimmel befallen. Nach fast 40jährigem Dienst ist also eine Generalreinigung auf jeden Fall angebracht.

Die Stimmtonhöhe der ganzen Orgel ist mit a' = 448 Hz ungewöhnlich hoch. Der normale Stimmton (Kammerton) a' liegt bei 440 Hz. Das macht das Zusammenspiel mit Instrumenten v.a. dem Posaunenchor nahezu unmöglich. Es muss also die Stimmtonhöhe des gesamten Pfeifenwerkes nach unten angepasst werden, was bei über tausend einzelnen Pfeifen recht aufwändig ist.

Das Instrument ist sehr schlank und zurückhaltend im Klang und mit 16 statt 26 Registern auch viel kleiner als das vorher für diesen Kirchenraum gebaute. Anstelle von spätromantischer Klangfülle und Farbenvielfalt gibt es nun neobarocke Schlichtheit und filigrane bis herbe Klangfarben, sodass bei voll besetzter Kirche selbst das Plenum ziemlich schmalbrüstig klingt.
Auch Schwierigkeiten mit dem Winddruck spielen dabei eine Rolle. Die Orgel klingt insgesamt etwas schmächtig.

Immerhin sind Tontraktur und Registratur, also das technische Innenleben der Orgel, solide verarbeitet und auch nach vier Jahrzehnten (abgesehen von ein paar Verschleißteilen, die ausgetauscht werden müssen) noch recht gut in Ordnung. Auch die Pfeifen selbst sind qualitativ hochwertig. Mit verstellbarer Orgelbank, gutem Tastenwiderstand (nicht zu schwer und nicht zu leicht) und übersichtlichem Spieltisch lässt es sich angenehm und "organistenfreundlich" musizieren.

Es muss also nicht komplett neu gebaut werden.

 

Die Bildergalerie zeigt ein paar ausgewählte Bilder vom Prospekt mit den einknickenden Pfeifen, vom Pfeifenwerk im Innern (Schmutz und Schimmel), poröse Lederpulpeten und die etwas schwächliche Windversorgung.

 

 

 

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