Orgelprojekt Eisenberg

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Konzept

 

Die kranke Königin

Dass die Orgel die "Königin der Instrumente" sei, ist uns längst nicht mehr neu. Mozarts Ausspruch trifft auf unsere Böhm-Orgel akustisch aber nur bedingt zu. Das historische Gehäuse von 1884 sieht zwar sogar wie eine Krone oder ein Königsschloss aus, der königliche Klang ist aber mittlerweile etwas verblasst.
Die Gebrüder Poppe aus Roda bauten Ende des 19. Jahrhunderts in den neogotischen Innenraum der Stadtkirche ein "Vielseitiges Instrument mit kräftigem Plenumklang und wohlintonierten Einzelstimmen" (H. Haupt). Trotz einiger Pfeifenverluste in den beiden Weltkriegen und kleineren Umdispositionen zu einem neobarockeren Klangbild hin, kann man am Hauptwerk, das mit sechs verschiedenen Registern im Grundstimmenbereich (8') aufwarten konnte, noch die mondäne Größe und die romantische Farbenvielfalt erkennen:

Bordun
Principal
Rohrflöte
Hohlflöte
Gemshorn
Quintadena
Gamba
Principal
Spitzflöte
Quinte
Principal
Mixtur

16'
8'
8'
8'
8'
8'
8'
4'
4'
2  2/3'
2'
5f.

 

Die feine englische Art

Trotz mancher Wünsche, die unsere Böhm-Orgel offen lässt, ist es ein solide gebautes Instrument und ein original erhaltenes Klangzeugnis des Orgelbaus in der DDR. Der filigrane Klang füllt zwar nicht die ganze Kirche (die ursprüngliche Orgel, die Ende des 19. Jahrhunderts eingebaut worden war, war mit 26 Registern anderthalbmal so groß und entsprechend klangstärker), muss aber nicht ohne Not zerstört werden. Darf er auch nicht, denn unsere Orgel interessiert als besonderes und qualitativ herausragendes Kunstwerk der 1970er Jahre bereits das Thüringer Landesamt für Denkmalschutz! Die stark neobarocke Klangästhetik mit ihrer vergeistigten Zurückhaltung, der kühlen Schlichtheit oder auch scharfen Kontrasten kommt zum Beispiel Liedern, wie "Die Nacht ist vorgedrungen" (EG 16) oder "Von guten Mächten treu und still umgeben" (EG 65) oder "Komm in unsre stolze Welt" (EG 428) entgegen. 

Für Lieder, wie "Stille Nacht, heilige Nacht" (EG 46) oder "Großer Gott, wir loben dich" (EG 331) oder "Der Tag, mein Gott, ist nun vergangen" (EG 266) braucht es ein anderes Instrument. Eines mit emotionalem Überschwang, mit wohlig-warmen Klangfarben oder auch triumphaler Wucht, kurz: Eine Orgel aus der Zeit der Spätromantik, deren Klangideal unserer Böhm-Orgel von 1977 genau gegenübersteht.

Das ist wie mit Schokolade: Eine Tafel Zart-Bitter ist durchaus nicht zu verachten. Wer es nicht gar so herb mag, würde ja aber sein Stück Schokolade nicht mit Zucker bestreuen, sondern einfach eine Tafel Edel-Nougat kaufen. So ist für jeden Geschmack etwas dabei. Orgeln sind nun meistens etwas teurer als Schokolade, aber im Prinzip wird nun in Eisenberg eine ähnliche Lösung angestrebt:



Eine englische Orgel für Eisenberg

In England ist die Entchristlichung leider schon weiter vorangeschritten, als hierzulande, sodass immer mehr Kirchen leerstehen, weil Gemeinden zusammengeschlossen werden. Seit einigen Jahren werden daher auch viele nicht mehr genutzte Orgeln verkauft. Deswegen haben wir die günstige Gelegenheit ergriffen und bei einem auf solche internationalen Orgeltransfers spezialisierten Händler aus Wuppertal ein englisches Instrument gesucht.

Nicht zu groß, sodass es bei uns in die Kirche passt, nicht als Allround-Instrument, sondern nur mit den Klangfarben und Möglichkeiten, die unsere Böhm-Orgel nicht bieten kann und möglichst aus der Zeit des späten 19. Jahrhunderts.
Was wir gefunden haben war eine kleine zweimanualige Orgel mit 9 Registern, erbaut 1909, die mit einer Grundfläche von 1,60 mal 2,55 Metern gut unterzubringen ist. In dieser kleinen methodistischen Kirche in Rotherham (eine Stadt bei Sheffield in Mittelengland) hat sie gut 100 Jahre ihren Dienst getan.



What's next?

An beiden Orgeln muss Hand angelegt werden, damit sie ihren jeweils so unterschiedlichen Klang auch gut entfalten können. Dabei werden beide Instrumente zwar gründlich generalüberholt aber unverändert in ihrer Klanggestalt belassen.

  • Böhm-Orgel von 1977

    • Ausreinigen

    • Anpassen der Stimmtonhöhe auf a' = 440 Hz

    • Reparatur der kaputten Principal-8'-Pfeifen im Prospekt

    • Reparatur des Tremulanten

  • Keates-Orgel von 1909

    • Ankauf

    • Transport und Einlagerung

    • Verstärkung der Nordempore für ein Gewicht von 2,5 Tonnen

    • Generalüberholung

    • Wiederaufbau auf der Nordempore



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Ca. 15.000 Euro sind in den Jahren 2013-2016 bereits ausgegeben und verwendet worden: Für Ankauf und Transport der Keates-Orgel (11.500), die Produktion der Benefiz-CD (2.700) und Anderes, wie z.B. die schönen Urkunden, die Sie als Pfeifenpatenschafts-Spender bekommen.